Entwicklungsalternativen in Bergbauregionen Perus

Umweltauswirkungen des Bergbaus und Einkommensalternativen in der Landwirtschaft in Junín und Cajamarca

Peru zählt bei Silber, Kupfer, Zink, Blei, Molybdän und Gold zu den weltweit größten Produzenten. Der Bergbau, vorrangig in den südlichen und zentralen Anden, war zeitweise Hauptquelle für Export- und Staatseinnahmen. Trotz rückläufiger Einnahmen bleibt er wirtschaftlich bedeutend. Der Canon minero und Umweltstandards sollen den Bergbau nachhaltiger gestalten, doch Armut in Bergbauregionen bleibt hoch, mit sozialen und ökologischen Konflikten, vor allem um Wasser. Landwirtschaft, die zwei Drittel der Lebensmittel liefert, wird durch Verschmutzung bedroht. Die Studie untersucht zwei Regionen: Junín (Mantaro-Tal) und Cajamarca (Conga). Im Mantaro-Tal zeigen Flusssedimente hohe Schwermetallbelastungen, was Umwelt- und Gesundheitsrisiken bedeutet. Die Region hat hohes Potenzial für ökologische Landwirtschaft, doch Zugang zu Märkten und Ressourcen ist begrenzt. Junge Menschen migrieren vermehrt in Städte. In Cajamarca gefährdet das Bergbauprojekt Conga das sensible Ökosystem Jalca, das als Wasserspeicher für 130.000 Menschen dient. Eine unzureichende Umweltverträglichkeitsprüfung birgt das Risiko langfristiger Schäden. Das Schadensszenario wird auf über zwei Milliarden US-Dollar geschätzt. Die familiäre Landwirtschaft bewahrt die Agrobiodiversität und könnte, bei staatlicher Förderung, Einkommen nachhaltig steigern. Die Studie nutzt ökologische und ökonomische Analysen, um Nutzungskonflikte zwischen Bergbau und Landwirtschaft aufzuzeigen. Ziel ist es, alternative Entwicklungsstrategien aufzuzeigen, die auf einer diversifizierten, sozial und ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft beruhen.

Vargas Koch, Camilo, Constantin Bittner, Vanessa Dreier, Moritz Fichtl, Annika Gottmann, Wiebke Thomas