Die Rhetorik über die Anpassung an den Klimawandel und entsprechende Politikmaßnahmen haben zwar in Bezug auf die Erstellung der „National Adaptation Programmes of Action“ durch die Regierungen der Entwicklungsländer in den letzten Jahren sehr deutliche Fortschrit- te gemacht, hinsichtlich der Umsetzung der Maßnahmen besteht jedoch weiterhin eine große Kluft. Am Beispiel der Landwirtschaft in Entwicklungsländern wird deutlich, dass neben dieser Umsetzungslücke zudem eine Qualitätslücke besteht, denn auch die Wirksamkeit program- mierter Maßnahmen weist noch viele Fragezeichen auf, und mögliche negative Nebenwirkun- gen werden wenig mitgedacht. So müssen landwirtschaftliche Betriebe die Kosten und Risi- ken, die mit Anpassungsmaßnahmen verknüpft sind, selber tragen. Diese Risiken sind insbesondere dann sehr groß, wenn den Maßnahmen eine lineare Erwartung bezüglich des Klimawandels zugrunde liegt (z.B. beim Anbau trockentoleranter Sorten). Systemische Maß- nahmen, die eine höhere Resilienz bewirken und bei Fluktuationen in beide Richtungen Mehr- erträge erbringen, wie ein verbessertes Bodenmanagement, führen demgegenüber weiterhin ein Schattendasein, obwohl sie zahlreiche Synergieeffekte beinhalten. Um Anpassung wir- kungsvoll und flächendeckend zu praktizieren und gleichzeitig Einkommenssteigerung und Entwicklung zu ermöglichen, erscheint ein Programm- statt ein Projektansatz angemessen und es werden zudem mehr Gelder aus bereitgestellten Klimafonds benötigt.
Anpassung an den Klimawandel in der Landwirtschaft – Bloß Rhetorik oder weit verbreitete Praxis in Entwicklungsländern?
Authors
Lorentz, Neomi, Lea Dünow
Type of publication
Study
Status
Type of projcect
Edition and year
2014
DOI
Language
German
