Religion und Entwicklung. Die Herausforderungen staatlicher Entwicklungspolitik in der Zusammenarbeit mit religiösen Gemeinschaften

Die deutsche Entwicklungspolitik hat die Bedeutung von Religionsgemeinschaften für Entwicklung erkannt. Dabei steht sie vor der Herausforderung, dass die staatliche Unterstützung von Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften dem religions- und weltanschauungsneutralen Staat angemessen sein muss. Die Entwicklungszusammenarbeit mit Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften birgt große Potenziale, wie die Forschungen zu afrikanischen Kirchen des Forschungsbereichs Religiöse Gemeinschaften und nachhaltige Entwicklung der Humboldt-Universität zu Berlin zeigen. Sie verspricht einen reichen entwicklungspolitischen Mehrwert. Denn sie setzt auf die an Nachhaltigkeits-, Demokratie-und Menschenrechtskriterien orientierten Entwicklungsaktivitäten, die von vielen Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften selbst ausgehen. Weitere kontextbezogene Religions- und Sozialforschung kann dazu beitragen, das Potenzial der Zusammenarbeit mit Religionsgemeinschaften bei Wahrung der weltanschaulichen Neutralität staatlicher Entwicklungspolitik zu erschließen.

Öhlmann, Philipp, Wilhelm Gräb