Die Zivilgesellschaft gewinnt in vielen Ländern Afrikas südlich der Sahara zunehmend an Einfluss und gestaltet politische Prozesse mit. Die internationale Entwicklungszusammenar- beit (EZ) sieht daher die Förderung von zivilgesellschaftlichen Organisationen (ZGO) als ein geeignetes Instrument zur Stärkung von Good Governance (GG). Die zunehmende Konzen- tration der Geber auf übergeordnete Ziele wie GG bietet ZGO in den Ländern Afrikas südlich der Sahara Chancen auf größere Förderung. Die Frage, ob mit hoch gesteckten Zielen auch ein Risiko der Überforderung durch die Ansprüche der Geber einhergeht, ist Gegenstand die- ses Briefing Papers. Zunächst wird Zivilgesellschaft in ihren sehr unterschiedlichen Organisa- tionstypen betrachtet und mit Blick auf ihre Chance externer Förderung differenziert. An Bei- spielen aus Sambia und Ghana wird problematisiert, dass Fördergelder oft entsprechend ei- nem Agenda-Setting vergeben werden und ZGO wenig Mitsprache erhalten. Erfolgreiche zivilgesellschaftliche Arbeit ist jedoch in erster Linie vom jeweiligen Kontext abhängig und erst sekundär von externer Förderung. Um diesen Problemen zu begegnen, sollte Förderung den Charakter langfristiger Partnerschaften annehmen. Es bietet sich die größere Flexibilität von Förderfonds an, die nicht konkret projektgebunden sind. Die Themensetzung und Ausge- staltung der Arbeit muss auf Augenhöhe ausgehandelt werden.
Ein Angebot, das sie nicht ablehnen können?
Afrikas Zivilgesellschaften zwischen Förderung und Überforderung
Authors
Gefäller, Luca
Type of publication
Study
Status
Type of projcect
Edition and year
2014
DOI
Language
German
Country
Ghana, Zambia
