Interior Design für eine Zahnarztpraxis.
Wenn ich eine Praxis plane, dann denke ich nicht in Schubladen – sondern in Abläufen, Beziehungen und Lebenszeit. Nicht jede Zahnarztpraxis muss alle zehn Jahre neu gedacht werden. Wenn sie gut gemacht ist, trägt sie deutlich länger.
So war es auch bei diesem Projekt. Eine Zahnärztin, mitten im Berufsleben, mit dem Wunsch nach einer klaren, hochwertigen Praxis, die zu ihr passt – in Gestaltung, Funktion und Haltung. Das Vertrauen und der Anspruch waren vorhanden.
Von Anfang an: mitdenken, mitlenken, mitverantworten.
Ich war von Beginn an dabei – bereits in der Rohbauphase, noch bevor erste Entscheidungen gefallen waren. Das war entscheidend: Nur so ließ sich frühzeitig auf Leitungsführungen, Raumachsen und technische Erfordernisse Einfluss nehmen. Vom Einbruchschutz über die IT-Infrastruktur bis zur Absaugtechnik – alles musste bedacht, koordiniert und umgesetzt werden.
Meine Aufgabe war es, dies zu beachten. Von der ersten Entwurfsskizze über die Abstimmung mit Vermieter, Fachplanern, Technikern und Gewerken bis zur letzten Armatur. Ich war regelmäßig vor Ort, um alle Fäden zusammenzuhalten. Planung und Koordination nahmen fast zwei Drittel des gesamten Projektzeitraums ein – und das war gut so.
Maßgeschneidert für Menschen und Medizin
Jede Raumentscheidung wurde aus der konkreten Arbeitssituation der Bauherrin heraus entwickelt: Links- oder Rechtshänderin? Wie viele Mitarbeitende? Wo soll später die Prophylaxe stattfinden, wo die Umkleiden, wie viele Ruheplätze braucht das Team? Und auch die Arbeitsstättenrichtlinie für Zahnarztpraxen floss in die Planung mit ein.
In den Behandlungsräumen, im Empfang und in der Technikzone wurde nichts dem Zufall überlassen. Für alle Bereiche entstanden detaillierte 3D-Entwürfe, die wir gemeinsam mehrfach überprüft und angepasst haben – bis in die letzte Fuge.
Gestaltung, die nicht altert
Die Praxis wurde komplett neu aufgebaut – mit Naturkautschukböden auf schallabsorbierendem Untergrund, Stahl-Glas-Elementen für Struktur und Transparenz, einer intelligenten Lichtsteuerung und sorgfältig abgestimmten Materialien: vom Wandfarbton bis zur Waschtischarmatur.
Die Bauherrin wünschte sich eine Umgebung, die nicht modisch, sondern langfristig tragfähig ist. Eine Praxis, die auch in 15 Jahren noch funktioniert – räumlich, technisch und atmosphärisch. Genau das ist gelungen.
Zwischen Technik und Atmosphäre
Die gesamte technische Infrastruktur – Zuluft, Abluft, Fußbodenheizung, Verkabelung, Hygienezonen, Absaugtechnik, Röntgenschutz – wurde neu geplant und mit allen Gewerken abgestimmt. Gleichzeitig entstand ein gestalterischer Rahmen, der Professionalität ausstrahlt, ohne steril zu wirken.
Ich verstehe meine Arbeit nicht als Dekoration – sondern als präzise Antwort auf die Frage: Wie muss ein Raum beschaffen sein, damit er das unterstützt, was dort täglich passiert?