Laut Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) befinden sich derzeit weltweit etwa 160 Millionen Menschen auf der Flucht. seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Ursachen für Flucht sind vielfältig: Menschen fliehen vor gewaltsamen und politischen Auseinandersetzungen, aber auch vor Armut und Perspek- tivlosigkeit. Die große Mehrheit der Schutzsuchenden kommt aus Ländern, die von lang an- haltenden Konflikten, Krieg und Terrorismus betroffen sind. Mit der 2014 ins Leben gerufenen Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge Reintegrieren” des Bundesminis- teriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erhielt das Thema offiziell und explizit Einzug in aktuelle Programme und Maßnahmen der deutschen Entwicklungs- zusammenarbeit (EZ). Im Folgenden wird analysiert, inwiefern „Fluchtursachenbekämpfung“ einen realistischen Aufgabenbereich der EZ darstellt. Die Autorinnen zeigen, dass EZ nur dann in dieser Hinsicht wirken kann, wenn sie die Bedürfnisse Geflüchteter und die der an- sässigen Bevölkerung in den „host communities“B gleichermaßen berücksichtigt. Die Absi- cherung der Wirksamkeit der Maßnahmen erfordert sowohl einen integrierten EZ-Ansatz vor Ort in Ländern des globalen Südens, als auch Politikkohärenz auf Bundes- und EU-Ebene.
Verantwortung ohne Grenzen?
Deutsche EZ im Kontext von Flucht und Vertreibung
Authors
Ayeh, Diana, Christine Plastrotmann, Sabrina Ziesemer
Type of publication
Study
Status
Type of projcect
Edition and year
2015
DOI
Language
German
